Der Wanderer

Ein weiteres Thema bei mir ist das Wandern. Damit meine ich nicht, im Urlaub einmal quer durch die Alpen zu wandern. Ich meine das innere Wandern.

Zu meinen von mir konsultierten Büchern, wie schon unter "Mein Heidentum" erwähnt, gehören auch einige von und über Friedrich Nietzsche, einem der herausragendsten Denker überhaupt.

Er schrieb: "Der Wanderer. - Wer nur einigermaßen zur Freiheit der Vernunft gekommen ist, kann sich auf Erden nicht anders fühlen denn als Wanderer, - wenn auch nicht als Reisender nach einem letzten Ziele: denn dieses gibt es nicht. Wohl aber will er zusehen und die Augen dafür offen haben, was alles in der Welt eigentlich vorgeht; deshalb darf er sein Herz nicht allzufest an alles einzelne anhängen; es muß in ihm selber etwas Wanderndes sein, ..." (aus: Ivo Frenzel: Friedrich Nietzsche, Hamburg 2002, S. 98)

Mein inneres Wandern habe ich z.T. festgehalten in meinem Fantasy-Epos "Die Urwasser" mit dem bezeichnenden Untertitel "Chronik eines Nachtreisenden". Veröffentlicht ist es noch nicht, aber es steht auf der Liste.

 
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                          Lüneburger Heide.

 

1996 schrieb ich eine Kurzgeschichte, in der ich mein mythologisches Wandern darstelle:

GÖTTERTRAUM

Das Wetter war trübe und kühl. Der Regen verschonte das Land. Es war später Nachmittag und es begann zu dämmern. Die Wolken hingen tief, zogen eilig ihre Bahn. Die Atmosphäre war durchdrungen von einem gleichgültigen Grau, Wildheit und Urwüchsigkeit.

Der herbstliche Wind umspülte den einsamen Wanderer. Ein unbekanntes Geräusch ließ eine Ahnung in ihm entstehen. Er schaute sich um und suchte die verlassene Landschaft ab. Dann vernahm er vom Wind zerfetzte Schreie und Rufe. Der Wanderer entdeckte nichts. Nun konnte er Wörter und Sätze hören, vermochte sie aber nicht zu verstehen.

Es war ihm ein Rätsel und da hatte er eine Idee. Der Einsame schaute nach oben und sah Seltsames. Er blieb stehen. Über seinem Kopf wütete eine archaische und barbarische Schlacht. Horden von wilden und rauhen Kriegern fielen übereinander her. Ein chaotisches und vorzeitliches Szenario. Speere, Äxte und Schwerter krachten aufeinander. Schilde versuchten, Angriffe abzuwehren. Befehle schossen durch den aufgewühlten Himmel. Todesschreie, scharf wie Speerspitzen, gellten durch das animalische und gewaltige Schauspiel und verloren sich im unbewußten Wüten des Windes.

Und dann kamen die Götter. Ein heftiges Brausen erfüllte die Luft. Odin preschte mit seinen Schildjungfern heran. Ihm folgte Thor. Der Schlag seines Hammers hallte metallen und bestialisch durch das Grau des Himmels. Dann zogen sie weiter und das Schauspiel erstarb.

Eine Weile noch schaute der Wanderer gebannt und fast gedankenverloren in den nunmehr verlassenen und grauen Herbsthimmel. Dann schloß er seine Augen und ließ den von Kindheitserinnerungen erzeugten Genuß in seinem Innern nachhallen.

Ihn überkamen Melancholie und Wehmut und er wünschte sich zurück. Doch die Unaufhaltbarkeit der Zeit wurde ihm bald wieder bewußt. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich ihrem undurchdringlichen, glatten und kalten Metall zu fügen.

Der Wanderer ging traurig und das Licht am Horizont entdeckend weiter seinen Weg.

Jörg Röske, 1996

 


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                             Moor in der Lüneburger Heide.

 

Zur Kurzgeschichte "Göttertraum" bin ich inspiriert worden durch ein eigenes Gedicht.

 

STURMSCHLACHT

Die Schritte eines Erkundenden

durchziehen eine trostlose Landschaft von Heide und Moor.

Traurigkeit, Melancholie und von

Einsamkeit getränkte Luft umhüllen

den Wanderer.

Er vernimmt die Atmosphäre des Herbstes,

den Leichtklang der Stille,

die Krähenrufe, die verloren ertönen.

Faszination wächst in ihm heran,

ein Gefühl, gewoben aus Vergangenem,

seinen inneren Kosmos durchfährt.

Ein Wind entsteht und wird zum Sturm,

er heult und wirbelt und gebiert

Kampf und Explosion.

Ein Kriegsgeschrei und Waffengewirr

des Sturmes Brausen durchdringt.

Mein Blick gleitet in die oberen Sphären

und schon ich werde gewahr den Anblick

schrecklicher Krieger, die inmitten der

sturmdurchtosten und winddurchstobenen

Wolken mit schrecklichem Geheul aufeinander krachen.

Ein Inferno von Windesbrechern, Luftexplosionen,

Germanenkampf, Heroenschlacht, Chaos

von Fleisch, Blut, Speeren, Schwertern, Äxten und

Schilden über mir wütet, tobt und

stampft.

Ein Szenario von Barbarenschlacht

sich im herbstlichen Sturmhimmel ergießt.

Ein Geschehen, das Mythologie, Faszination,

Dämmrigkeit, Urwuchsigkeit,

Rohheit, Wildheit und Kindheitserinnerung atmet.

Tyr braust heran und gebietet mit seinem Schwert,

Thor schwingt seinen Hammer,

Odin zeigt sich mit seinem Gefolge.

Ich staune und genieße

der Götter Treiben.

Die Schlacht nähert sich dem Ende,

die Barbarenszenerie, das Germaneninferno

klingt ab.

Ich sehe der Germanen und der Götter Entschwinden.

Der Sturm erstirbt.

Es ist vorbei.

Der einsame Wanderer geht seinen Weg.

Jörg Röske, 1992

 

In diesem Gedicht finden wir auch den Bezug zu dem Begriff 'Heide'. "Das deutsche Wort Heide bezeichnete ursprünglich jemanden, der in der Heide, auf Ödland voll wilder Sträucher und Stauden - unter anderem Heidekraut - lebte." (aus: Steve Rabey: Das Wissen der Kelten, S. 19)

Man kann auch sagen: in der Natur. Und genau dort in der freien Natur fand ich mein Heidentum. Das erzähle ich aber unter der Rubrik "Sommer 1995".


                          ein Bild

                          Heide.

Diesen online-Abschnitt möchte ich erweitern mit der Interessantheit des Jakobswegs. In vorchristlicher Zeit war er ein Pilgerpfad der Druiden gewesen - wie ich erfahren habe. Die Endstation dieses Weges ist Santiago de Compostela, es gibt ein Gemälde von Salvador Dali mit gleichnamigem Titel.


                ein Bild

Hape Kerkeling ging diesen Weg und ich habe mir im TV seine Lesung aus seinem Buch "Ich bin dann mal weg" angeschaut. So, wie er sein Pilgern darstellt, sehe ich es auch. Es ist ein inneres Pilgern.

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Seit 1995 sehe ich mich als Druide. Und was ich da erlebt und mir seitdem erarbeitet habe, will ich Euch darstellen. Mein Druiden-Name ist Gwyddyon-Bran und mir geht es um das Wohl der Menschen und unseres Planeten.
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